Man raubt mit den Augen

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„Es gab einmal die Butteri und ihre Pferde, mit einem großen Hut und Streifen auf den Jacken. Es gab Rinderherden, Zäune und den Bastone, es gab die Sklaven und die Herren (die gibt es heute noch). Mücken gab es viele, und in den Sümpfen herrschte die Malaria damals…“, singt ein Cantastorie-Sänger im Film.

Es ist Morgen, eine Gruppe von Pferden auf der Weide. Das weiche Morgenlicht bricht sich in den Haaren eines Pferdeschweifs. Stille. Dann ein Schrei. Ihm folgen andere.

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Es sind die Butteri (die italienischen Cowboys), die ihre Arbeitspferde rufen. Sie satteln ihre Pferde und brechen zum Kontrollrundritt auf. Sie sind die letzten sechs Erben eines Handwerks, das eine alte Tradition mit eigenen Regeln und Geheimnissen bewahrt hat. „Man lernt mit der Zeit und stiehlt mit dem Auge“, erzählt der Buttero Armido. Ihre Schulbänke sind die wilde Landschaft der toskanischen Maremma.
Einige Butteri sind Mythen geworden. Ihre Arbeit ist eine alte, tausendjährige Tätigkeit, sie steht stellvertretend für die Anstrengung des Menschen, in einer widrigen Natur zu bestehen.